Kleine Auszeit in der Pfalz: Kraft schöpfen im wunderschönen Weingut-Hotel

Tag 1

Nach den ersten kräftezehrenden Wochen der Therapie gab es für meinen Mann und mich im März nur ein Ziel: einfach mal raus, den Kopf frei bekommen und tief durchatmen. Unser Weg führte uns in die wunderschöne Pfalz. Sie ist von uns nur etwa 1 1/2 Stunden entfernt und falls es bei mir irgendwelche Komplikationen gegeben hätte wegen der Chemotherapie, wären wir schnell wieder zu Hause gewesen.

Schon bei der Ankunft spürten wir, wie die Last der letzten Wochen ein kleines Stück von uns abfiel. Wir hatten uns ein Galeriezimmer in einem traumhaften, zum Hotel umgebauten Weingut gebucht. Dieser Ort war wahrlich dafür geschaffen, wieder Kraft zu schöpfen.

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Am Anreisetag regnete es und wir beschlossen, zuerst einmal das Deutsche Schuhmuseum in Hauenstein zu besuchen.

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Das Museum befindet sich in der Turnstr. 5 in 76846 Hauenstein. Das gesamte Museumsgebäude ist barrierefrei zugänglich. Man wird dort Schritt für Schritt durch die Geschichte des Schuhhandwerks geführt. Man bekommt historische Produktionsanlagen wie funktionsfähige Riemen- und Dampfmaschinen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zu sehen.

Ein weiterer Hingucker ist übrigens der größte Wanderschuh der Welt, der im Guinness-Buch der Rekorde mit über 7 Metern Länge und 1,5 Tonnen Gewicht gelistet ist. Im oberen Foto sitze ich übrigens auch in einem Weltrekord. Dies sind die größten Paar Lederschuhe der Welt und eine Schenkung des Schuhmachers Heinz Plate aus Bad Salzuffen.

Weiterhin ist eine Promi-Schuh-Sammlung von bekannten Persönlichkeiten wie Angela Merkel, Boris Becker oder Thomas Gottschalk zu sehen. Das Pfälzische Sportmuseum befindet sich ebenfalls in diesem Gebäude.

Des Weiteren besichtigten wir in Hauenstein die Schuhfabrik Josef Seibel GmbH. Dort kann man die traditionelle Schuhproduktion live miterleben – von der Auswahl des Leders bis zum fertigen Schuh. Zudem erfährt man viel Wissenswertes über die Marke Josef Seibel, von der historischen Geschichte bis hin zum Konzept der nachhaltigen Zukunft.

Es hörte auf zu regnen und wir haben die Gelegenheit genutzt die Schuhhauptstadt Deutschlands zu besichtigen: Pirmasens

Diese Stadt gilt als die Wiege der deutschen Schuhindustrie. Vom späten 18. Jahrhundert bis in die 1960er- und 1980er-Jahre produzierten hier hunderte Betriebe Schuhe am laufenden Band. Auch wenn die Globalisierung die meisten Fabriken zur Aufgabe zwang, bleibt der Ruf der Stadt als Schuhmetropole lebendig. Davon zeugen bis heute wichtige Institutionen wie die Deutsche Schuhfachschule, das International Shoe Competence Center sowie das lokale Prüf- und Forschungsinstitut.

Mittlerweile gibt es zwar nur noch wenige aktive Produktionsstätten vor Ort – darunter die bekannte Premium Marke für Damenschuhe Kennel & Schmenger Schuhfabrik GmbH -, doch die Tradition lebt weiter. Das Beste daran für uns: Die Werksverkäufe! Für mich stand deshalb fest: Ich muss mir unbedingt im Outlet zwei Paar Schuhe kaufen.

Ein kleiner Rundgang durch Pirmasens

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Das Gebäude der ehemaligen Schuhfabrik Rheinberger in Pirmasens ist beeindruckend. Diese Fabrik war zeitweise die größte Schuhfabrik Deutschlands. Heute werden darin unter anderem das bekannte Science Center Dynamik und die Tourist-Information beherbergt.

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Die „Alte Post“ in Pirmasens ist heute ein Kultur- und Veranstaltungszentrum sowie Museum „Forum ALTE POST“. Das Gebäude wurde 1893 im Neorenaissance-Stil erbaut und beherbergt heute das städtische Kulturamt, Kunstgalerien und den Elisabeth-Hoffmann-Saal für Veranstaltungen. Es ist ein zentraler Treffpunkt im Herzen der Stadt. Elisabeth Hoffmann war eine Bürgerin aus Pirmasens, die der Stadt 1978 ihr gesamtes Vermögen vererbte.

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Leider war das Wetter an diesem Tag alles andere als fotofreundlich. Doch das hielt uns nicht auf: Unser geplanter Rundgang sollte schließlich vollständig sein! Auch ohne sprudelndes Wasser lässt sich die beeindruckende Wirkung des Brunnens erahnen – im Sommer ist er mit Sicherheit ein absoluter Blickfang.
Es handelt sich um den Schlossplatzbrunnen, der im Volksmund oft einfach „Stierbrunnen“ genannt wird. Der Stier ist nicht zufällig gewählt: Er ist das Wappentier des Landgrafen IX. von Hessen-Darmstadt, dem historischen Gründer von Pirmasens, der die Stadt im 18. Jahrhundert prägte.
Direkt dahinter ragt die katholische Kirche St. Pirmin in den wolkenverhangenen Himmel. Sie ist bereits das zweite Gotteshaus an diesem geschichtsträchtigen Ort. Kaum vorstellbar: Ab 1770 befand sich genau an dieser stelle die Exerzierhalle des Landgrafen.

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Dreht man sich am Brunnen einmal komplett um, erblickt man das „Alte Rathaus“. Es ist ein spätbarocker, denkmalgeschützter Bau und diente von 1771 bis 1945 als Rathaus. Heute ist das historische Gebäude eines der letzten großen Zeugnisse aus der Zeit, als Pirmasens noch die Residenzstadt des Landgrafen Ludwig IX. war. Inzwischen wird es als Museum genutzt.

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Nur wenige Schritte vom „Alten Rathaus“ entfernt erreicht man den weitläufigen Exerzierplatz. Seine Geschichte reicht zurück ins 18. Jahrhundert, als Landgraf Ludwig IX. Pirmasens zur Garnisonsstadt erklärte. Wo heute das städtische Leben pulsiert, befand sich damals der zentrale Aufmarschplatz für seine Soldaten – zu jener Zeit übrigens noch dreimal so groß wie heute.

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Unser Weg führte uns weiter durch die belebte Fußgängerzone, in der sich das Bismarckdenkmal befindet. Dieses Denkmal wurde 1912 von dem Bildhauer Karl Huber entworfen und hatte seinen ursprünglichen Platz auf dem Exerzierplatz. Die Darstellung des heiligen Georgs im Kampf mit dem Drachen sollte zur Zeit des Deutschen Kaiserreichs Stärke demonstrieren und den Sieg über Reichsfeinden verkörpern.

An der Kreuzung Schäferstraße/Bahnhofstraße stießen wir auf die beeindruckende Vogeltreppe und folgten den Stufen nach unten. Dieses große Mosaikkunstwerk wurde 2019 eingeweiht. Die chilenische Künstlerin Isidora Paz-López gestaltete die rund 70 Quadratmeter große Betonfassade gemeinsam mit über 100 Künstlern aus 24 Ländern. Mit etwa 170 Vogelmotiven sowie Elementen aus Flora und Fauna hat sie hier eine wahre Oase geschaffen.

Bis heute gilt die Treppe als eines der größten Mosaikkunstwerke Deutschlands mit Beiträgen aus aller Welt.

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Am Ende der Treppe angekommen, lohnte sich ein Blick nach oben: Dort ragt ein weiteres, beeindruckendes Industriedenkmal empor – die ehemalige Schuhfabrik Ludwig Kopp. Das bereits 1857 gegründete Unternehmen erlebte unter seinem Namensgeber einen enormen Aufschwung, bevor der Betrieb im Jahr 1979 endgültig eingestellt wurde. Heute dient das historische Gebäude Wohnzwecken.

Nach unserem Spaziergang durch Pirmasens zog es uns über die Kaffeetreppe wieder zurück in die Fußgängerzone, um nach einem gemütlichen Café Ausschau zu halten. Fündig wurden wir im sehr beliebten Eiscafé Venezia, wo wir bei einer Tasse hervorragendem Cappuccino den weiteren Tagesverlauf planten. Frisch aufgewärmt ging es danach ins Parkhaus zum Auto und weiter zum Tagestrip.

Eine kleine Ergänzung zum Rundgang in Pirmasens:
Die erste Sehenswürdigkeiten, die ehemalige Schuhfabrik Rheinberger und die „Alte Post“, haben wir bequem mit dem Auto angefahren. Der eigentliche Rundgang durch die Innenstadt war daher in allerhöchstens einer Halben- bis Dreiviertelstunde zu schaffen. Die Wege sind angenehm kurz und waren für mich – obwohl ich durch die Krankheit und Therapie gesundheitlich angeschlagen war – wirklich gut zu bewältigen. Geparkt haben wir für diesen Ausflug in einem alten Parkhaus in der Schäferstraße, einer echten Betonwüste.

Dahner Felsenpfad

Wieder im Auto angekommen, machten wir uns auf den Weg zum wunderschönen „Dahner Felsenpfad“. Die dortigen bizarren Felsformationen waren absolut atemberaubend. Schon oberhalb des Felsland Badeparadieses kann man den imposanten Büttelfelsen erblicken. Wir fuhren am Badeparadies vorbei hinauf zu einem Wanderparkplatz. Von dort aus startete unsere kleine Wanderung: Über eine kurze Distanz von 3,14 Kilometer und sanften 70 Höhenmeter ging es zum Büttelfelsen und zu einer weiteren Aussichtsplattform. Für mein damaliges Fitnesslevel war diese Strecke genau richtig und gut zu meistern.

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Eine kleine Klettereinlage führt hinauf auf die Plattform und direkt in das Herz des Büttelfelsens. Oben angelangt, wird man mit einem herrlichen Ausblick auf die benachbarten „Lämmerfelsen“ belohnt.

Nach diesem erlebnisreichen Tag voller Natur und Geschichte ging es für uns endlich in unser wunderschönes Weingut-Hotel. Schon beim Eintreffen spürten wir die herzliche pfälzische Gastfreundschaft. Nach den anstrengenden Wochen der Therapie und der schönen, aber fordernden Wanderung war unser Zimmer die perfekte Oase der Ruhe. Das Hotel bot auch einen Wellnessbereich mit Sauna sowie einen traumhaften Pool mit Innen- und Außenbereich.

Wegen meines geschwächten Immunsystems sollte ich eigentlich feuchtwarme Flächen meiden, da sich dort Keime, Bakterien oder Pilze leichter verbreiten können. Trotzdem wollte ich meinen Mann unbedingt begleiten und hatte mir vorsorglich schon den Badeanzug und den Bademantel angezogen. Als ich dann vor diesem einladenden, komplett menschenleeren Pool mit Außenbereich stand, konnte ich nicht widerstehen. Ich legte den Bademantel ab und ließ mich ins Wasser gleiten. Ich war ganz allein und genoss dieses unbeschreibliche Gefühl der Schwerelosigkeit, während ich einige Bahnen im Außenbereich zog. Der Pool war einfach wunderschön, mitten in die Weinberge eingebettet.

Nach diesem erholsamen Bad wurden wir am Abend noch mit einem exzellenten 4-Gänge-Menü verwöhnt.
Ein perfekter Moment, um die Beine hochzulegen, tief durchzuatmen und den Tag glücklich ausklingen zu lassen.

(Beachte bitte meinen „medizinischen Disclaimer“ am Ende dieses Reiseberichtes und im Impressum)

Tag 2

Ein neuer Tag in der Pfalz – und der Ausblick beim Aufwachen auf die Weinberge war einfach unbezahlbar. Bevor wir uns auf den Weg zu unserem heutigen Ausflugsziel machten, ließen wir uns einmal ausgiebig Zeit für das großartige Frühstücksbuffet unseres Hotels. Es fehlte wirklich an nichts. 

Gut gestärkt stand danach der Besuch des Hambacher Schlosses auf dem Plan. Als „Wiege der deutschen Demokratie“ versprach dieser Ort nicht nur spannende Einblicke, sondern eigentlich auch einen tollen Panoramablick über die gesamte Region. Nur wir hatten bei unserem Besuch Pech mit dem Panoramablick. Es war viel zu trüb, um diesen Blick zu ergattern. Dafür haben wir eine sehr interessante Führung gemacht und uns ausgiebig im Museum aufgehalten.

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Ein Blick in die Geschichte: Die Wiege der deutschen Demokratie

Im Jahr 1000 wurde die Anlage als Kästenburg zum Schutz von Handelswegen und Besitz erbaut. Von 1100 bis Spätmittelalter gehörte die Burg dem Bistum Speyer und wird mehrfach umgebaut und erweitert. Im Jahre 1689 brennen französische Truppen die Burg im Pfälzischen Erbfolgekrieg nieder. Sie verkommt zur Ruine.

Zum Hambacher Fest am 27. Mai 1832 versammelten sich rund 30.000 Menschen. Sie traten ein für eine Einheit Deutschlands, politischen Grundrechten und ein solidarisches Europa. Seither gilt das Hambacher Schloss als „Wiege der deutschen Demokratie“. So wurden wir beim Eintritt auf einer Gedenktafel begrüßt.

Zur Geschichte dazu:
Am 27. Mai 1832 zogen rund 30.000 Menschen zur Schlossruine hinauf. Die Menschen fordern Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Bürgerrechte, die deutsche Einheit und ein freies Europa. Dieses „Fest“ war auch ein historischer Meilenstein für die Emanzipation der Frauen. Sie durften zum ersten Mal in der deutschen Geschichte aktiv und in großer Zahl an einer politischen Massendemonstration teilnehmen.

Das Museum: Geschichte auch zum Mitmachen

Die Originalfahne des Hambacher Festes schwarz-rot-gold für Freiheit und Demokratie kann im dortigen Museum besichtigt werden. 1980 bis 1982 beginnt der Wiederaufbau des Schlosses zum 150. Jubiläum des Hambacher Festes.

Man erfährt im Museum nicht nur alles über das Hambacher Fest, man kann auch in der interaktiven Mitmachstation virtuell den eigenen Bekennermut testen.

Im Hambacher Schloss gibt es zudem ein wirklich schönes Restaurant, das normalerweise eine tolle Panoramaaussicht bietet. Wie schon erwähnt, blieb uns dieser Blick verwehrt. Trotzdem sind wir für einen Cappuccino und Kuchen dort eingekehrt – und die Kuchen sind selbstgemacht und schmecken hervorragend.

Barrierefreiheit vor Ort:
Die einzelnen Ebenen des Schlosses sind glücklicherweise auch mit einem Aufzug zu erreichen. Dieses Angebot habe ich gerne angenommen, da mir das Treppensteigen durch meine Erkrankung große Mühe machte. Die unterschiedlichen Epochen der Geschichte und die dazugehörigen historischen Belege waren extrem interessant. Da ich sehr lange vor den Exponaten verweilen wollte, war ich unendlich dankbar für die kleinen Klappstühle zum Mitnehmen gleich am Eingang. Ein langes Stehen war für mich zu diesem Zeitpunkt nämlich nicht mehr möglich.

Wir konnten auch zum Glück mit dem Auto weit nach oben fahren und parken. Den kurzen Anstieg zum Schloss konnte ich einigermaßen gut meistern.

Weiter ging es nach Neustadt an der Weinstraße
Vom Hambacher Schloss aus führte uns der Weg direkt weiter in das nahe gelegene Neustadt an der Weinstraße. Die historische Altstadt mit ihren wunderschönen Fachwerkhäusern lädt sofort zum Schlendern ein. Während unseres Besuchs riss sogar der Himmel glücklicherweise ein wenig auf – und die engen, urigen Gassen versprühten sofort ihren ganz besonderen pfälzischen Charme.

Hier sind meine eingefangenen Impressionen:

Unser nächster Halt: Die Edenkobener Mandelmeile
Danach ging es für uns weiter nach Edenkoben, um die berühmte Mandelblüte zu bewundern. Das berühmte Fest, die Edenkobener Mandelmeile fand schon statt, auch wenn die Natur noch ein wenig auf sich warten ließ und die Blütenpracht leider noch nicht ganz so weit fortgeschritten war wie erhofft: Der Anblick der zartrosa Knospen war trotzdem wunderschön und hat sich absolut gelohnt. Die Mandelmeile wird rechts und links von Ständen mit regionalen Leckereien und gutem Pfälzer Wein gesäumt.

Abschluss des Tages: Eine kleine Weinprobe – was natürlich in der Pfalz nicht fehlen darf

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Zum Abschluss des Tages besuchten wir das Weingut Kranz in Ilbesheim. Da mein Mann als der bessere Weinkenner von uns beiden die kleine Weinprobe genoss , hielt ich mich wegen meiner Therapie und der anschließenden Fahrt ins Hotel als Fahrerin zurück. Unser Ziel war es, eine feine Auswahl an Weinen für unseren privaten Keller und zukünftige Gäste zu finden. Die Probe war natürlich von Erfolg gekrönt und wir konnten ein paar Kartons in den Kofferraum des Autos laden.

Tag 3

Die bequemen Betten in unserem ruhigen Galeriezimmer sorgten für einen erholsamen Schlaf und somit einen frühen Start in den Tag. Nach einer ausgiebigen Stärkung am Frühstücksbuffet stand das Tagesziel fest: die Wanderung zur Burg Trifels. Ich hatte sehr großen Respekt vor dieser Wanderung. Denn, wie schon erwähnt, waren Steigungen zu diesem Zeitpunkt meiner Erkrankung eine sehr große Herausforderung. Ich wollte es aber unbedingt schaffen. Schließlich ist Wandern meine absolute Leidenschaft.

Es sollte diese Wanderung werden:

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So fuhren wir also nach Annweiler, die Burgstraße bis zum Wanderparkplatz entlang und starteten mit unserer Wanderung zur Burg.

Schon zu Beginn der Wanderung begann der Anstieg. 330 Höhenmeter mussten schließlich bezwungen werden. Ich ging voran, damit ich mein eigenes Tempo finden konnte – Schritt für Schritt, ganz langsam. Ich merkte deutlich, wie der Anstieg mich schlauchte und meine Lunge brannte. Aber ich wollte es unbedingt schaffen und nicht klein beigeben. Mein Mann unterstützte mich großartig und nahm mir jeglichen Druck schneller zu gehen, als ich eigentlich konnte. Bis zum ersten Highlight, den unglaublich schönen, bizarren Felsformationen, mussten wir zwar viele Pausen einlegen, aber die Anstrengung hat sich definitiv gelohnt.

Nach einer längeren Pause ging es endlich weiter. Der Weg verlief zuerst recht eben, sodass wir wieder etwas schneller vorankamen, bis wir schließlich die Burg Trifels in der Ferne erblickten. Es war ein tief beeindruckender Anblick, wie die Burg dort oben auf dem Felsen thronte:

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Ein bisschen Geschichte zur Burg Trifels:
Zwischen 1088 und 1330 war Trifels die Reichsburg der Staufern und Saliern, zur damaligen Zeit eines der wichtigsten Zentren der Macht. Es wurden hier immer wieder die Reichsinsignien wie Krone, Zepter und Reichsapfel aufbewahrt. Nachbildungen kann man heute in der spektakulär inszenierten Schatzkammer besichtigen.

Außerdem diente die Burg als Gefängnis für wichtige Persönlichkeiten. Der berühmteste Gefangene war wohl der englische König Richard Löwenherz. Dieser kam nach seiner Gefangennahme im Dezember 1192 und der Auslieferung an Kaiser Heinrich VI im Frühjahr 1193 auf den Trifels . Hier verbrachte er den großen Teil seiner insgesamt rund einjährigen Gefangenschaft unter Bewachung des Stauferkaisers. Nach der Zahlung eines enormen Lösegeldes kam er am 4. Februar 1194 in Mainz wieder frei. Man darf sich die Gefangenschaft von Löwenherz auch nicht in einem dunklen feuchten Kerker vorstellen. Er lebte in beheizten Wohnräumen, bekam standesgemäße Mahlzeiten und hatte seinen eigenen Hofstaat aus Dienern, Köchen und Beratern. Er empfing Gesandte, englische Bischöfe und regelte von der Burg aus weiterhin Regierungsgeschäfte.

Die heutige Burg ist das Ergebnis wechselnder Phasen von Ausbau, Verfall, Wiederaufbau durch fast 1.000 Jahre – von den Anfängen im 11. Jahrhundert bis in die jüngste Vergangenheit

Jetzt hieß es für mich, nochmals die letzten Kräftereserven zu mobilisieren, um den letzten Anstieg zur Burg zu schaffen. Die Anstrengung hat sich gelohnt! Nicht nur der Weitblick von der Burg aus war atemberaubend, auch die Besichtigung der Burg selbst war hochinteressant.

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Dies ist eines der vorher erwähnten nachgebildeten Reichsinsignien

Nach dieser sehr interessanten und landschaftlich wunderschönen Wanderung machten wir uns auf den Rückweg zum Hotel. Ich war unglaublich stolz, dies alles an dem Tag geschafft zu haben.

Am Abend erwartete uns zur Belohnung ein ausgezeichnetes 5-Gänge-Menü, für mich vegetarisch und ohne Weinbegleitung wegen meiner Chemotherapie.
Das leckere Erbsensüppchen und die Schlutzkrapfen habe ich später versucht nach zu kochen. Das gelungene Ergebnis findet Ihr in Lebenshunger (Kochen).

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Ich fiel abends todmüde aber überaus glücklich und rundum zufrieden ins Bett. Leider war am nächsten Tag unsere kleine Auszeit schon zu ende und der Alltag holte uns nach diesem wunderschönen und erholsamen Wochenende wieder jäh zurück. Warum, erfährt Ihr in meinem nächstem Beitrag in „Mein Weg“

Medizinischer Disclaimer:
Die bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich allgemeinen Informationszecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Bitte konsultiere bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer einen qualifizierten Arzt oder medizinisches Fachpersonal.

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